Schlagwort-Archive: Neuroplastizität

Menschen mit Weitblick

Man on overhanging rock at Glacier Point, Yosemite National Park, California, USA

Persönlichkeitsanteile auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe

Im Modell der Selbstentwicklung vollzieht sich auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe (7) von neuem eine wesentliche Erweiterung der Perspektive: Menschen mit Weitblick erleben sich eingebunden in ihre eigene Geschichte und Lebenszeit, sowie in verschiedene kulturelle Zusammenhänge in Unternehmen, Familie und der Gesellschaft. Die Ziele, die sie im Blick haben sind daher umfassender, als die kurzfristigen Ziele der selbst-bestimmenden Stufe (5). Sie verhalten sich toleranter und spontaner und können andere besser in ihrer Andersartigkeit akzeptieren, als dies auf früheren Entwicklungsstufen möglich ist. Wechselwirkungen mit anderen werden als Möglichkeiten erfahren, etwas über sich selbst zu erfahren und Teilpersönlichkeiten in sich selbst zu integrieren, die einem ansonsten nicht zugänglich wären. Man benötigt die fürsorgliche Präsenz von anderen, um am stärksten das zu werden, was man sein kann. Gegenseitige Abhängigkeit ist unvermeidlich und wird mit Ehrfurcht und einem Bewusstsein für die eigene Verantwortlichkeit anderen gegenüber erfahren. Weiterlesen

Entwicklungsperspektiven, die alles verändern

 Autor: Peter Widmer

Erwachsenenentwicklung

Die Welt und ihre Probleme werden immer komplexer; und in dem Masse, in dem die äussere Komplexität zunimmt, verändert sich auch das menschliche Bewusstsein.
Von Piaget bis heute haben Entwicklungspsychologen erkannt, wie Kinder eine Reihe von klar unterscheidbaren Stufen auf Ihrer „Reise“ ins Erwachsenenleben durchlaufen. Diese Stufen geben die emotionalen und kognitiven Fähigkeiten wieder, mittels derer wir uns selbst und die Welt um uns herum verstehen und gestalten. Sie wiederspiegeln die Art und Weise, wie wir unseren Erfahrungen mittels sprachlichen und nicht-sprachlichen Strukturen Sinn und Bedeutung einhauchen.
Erwachsene verfügen nicht einfach über mehr Wissen und mehr Fähigkeiten als Vorschulkinder. Sie sehen die Welt vielmehr mit ganz anderen Augen: auf immer komplexerere und umfassenderere Art und Weise. Aufgrund der Neuroplastizität des Gehirns ist die persönliche und die kollektive Entwicklung von uns Menschen nicht ein für alle Mal festgelegt. Wir sind zu lebenslangem Wachstum fähig. Die zunehmenden Feinheiten unserer Sprachen1 und vor allem die Fähigkeit, empathisch und kognitiv Perspektiven zu wechseln, d. h. uns in die Schuhe anderer einzufühlen und einzudenken, sind der Motor unserer persönlichen und kulturellen Entwicklung. (Zur Bedeutsamkeit der Empathie beim Verstehen anderer – siehe hier)

Wie Innere Friedenskonferenz und Zen-Meditation diese Fähigkeiten je neu nachhaltig fördern können zu immer neuen Ebenen von Reife, Einsicht, Weisheit und Mitgefühl, sind Themen dieses und der weiteren Blogbeiträge. Weiterlesen

Viva la revolución del altruismo!

Autor: Peter Widmer

Trailer zum Film: The Altruism Revolution

Unser Planet ist wie ein grosses Schiff, das wir gemeinsam steuern. Werden wir bald 300 Mio. Klimaflüchtlinge auf  diesem Schiff haben? Die Menge der Immigranten wäre womöglich Lampedusa hoch 10. Oder kommt es zu unvorstellbaren Konflikten? Wollen wir bloss überleben oder ein gutes, menschenwürdiges Leben führen?
Angesichts der allseits bekannten, weltweiten Probleme stellt sich vielleicht dringlicher denn je die Frage: Sind und bleiben wir Egoisten oder brauchen wir nicht vielmehr eine altruistische Revolution?!
Kinder im Alter zwischen 18 Monaten bis 2 Jahren helfen anderen ganz natürlich, egal ob diese zur eigenen Familie oder zur eigenen Gruppe gehören oder nicht. Im Laufe des Älterwerdens geht dieses natürlich angelegte prosoziale Verhalten weitgehend verloren. Verhaltens- und Sozialwissenschaftler haben in der Vergangenheit betont, dass die einzige Motivation menschlichen Handelns der Egoismus sei, selbst dann, wenn wir anderen helfen. Doch neuere Forschungen in Entwicklungspsychologie, Biologie und Neurologie machen immer mehr deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Nicht nur Menschen, auch zahlreiche Tiere handeln aus Empathie, Mitgefühl und altruistischen Gründen!

Modernste neurologische Untersuchungen Meditierender zeigen klar und deutlich, dass persönliche Transformation möglich ist. Aufgrund der Neuroplastizität des Gehirns lassen sich durch Meditation Empathie, Mitgefühl und prosoziales Verhalten trainieren.   Weiterlesen

Verlust und Wiedergewinnung von Mitgefühl

Autor: Peter Widmer

Man reassuring his crying daughter

Empathie ist die emotionale Grundlage für unsere Fähigkeit, uns in die Fusstapfen anderer zu stellen und ihre Sichtweise nachzuvollziehen. Empathie und Mitgefühl sind die Grundlagen für wertschätzende Beziehungen, persönliches Wachstum, Zusammenarbeit, Demokratie und eine friedliche Gesellschaft.
Empathie und Mitgefühl fördern die eigentlich menschlichen Qualitäten in uns, die unser Leben lebenswert machen: konstruktive, beglückende zwischenmenschliche Wechselwirkungen in Freizeit, Familie und am Arbeitsplatz.
Doch Mitgefühl und Empathie gehen partiell, situativ und in Extremfällen für immer verloren, wenn die körperlichen und die existenziellen sozialen Bedürfnisse von Menschen missachtet werden.

Wie Mitgefühl und Empathie durch Innere Friedenskonferenz und Meditation wiedergefunden und gestärkt werden können, ist Thema dieses Blogbeitrags. Weiterlesen

Mit Meditation kognitive Fähigkeiten im Alter bewahren

Autor: Peter Widmer

Prävention zum Erhalt kognitiver Fähigkeiten

ältere frau schaut lächelnd in die kamera

Seit den 70er Jahren ist die Lebenserwartung in den OECD-Ländern dramatisch gestiegen: von durchschnittlich 70 auf 80,5 Jahre. Zugleich haben mit dem Älterwerden der Bevölkerungen neurodegenerative Krankheiten, der Abbau kognitiver Fähigkeiten und Demenz, zugenommen. Daher ist es wichtig, dass wir nicht nur das Zustandekommen solcher Erkrankungen und die Risikofaktoren besser verstehen lernen, sondern uns auch darüber Gedanken machen, wie wir solchen Erkrankungen präventiv entgegenwirken können, um steigenden Gesundheitskosten entgegen zu wirken und unsere Lebensqualität möglichst lange aufrecht zu erhalten. Eine Reihe neuerer Meditationsstudien legen nahe, dass Meditation ein gangbarer Weg sein könnte, diesen Risiken des Älterwerdens entgegen zu wirken. Weiterlesen

Meditation und Neuroplastizität

Autor: Peter Widmer

Neuroplastizität – Meditation ist assoziiert mit kortikaler Verdickung

x--ray concept

Neuroplastizität bedeutet die Fähigkeit unseres Nervensystems und insbesondere unseres Gehirns, sich kurz-, mittel- und langfristig zu verändern, was einhergeht mit lebenslangem Lernen und der Anpassung an veränderte Lebensumstände.
Eine Reihe von Forschungsarbeiten zeigen, dass bestimmte Gehirnareale sich unter dem Einfluss von Meditation dauerhaft verändern können. Weiterlesen