Schlagwort-Archive: Mitgefühl

Weise Menschen

Autor: Peter Widmer

Die Koralle: Lebensgrundlage für unzählige Lebewesen – Persönlichkeitsanteile von Menschen der konstruktbewussten (8) und universalen Entwicklungsstufe (9)

Auf den beiden letzten Stufen des Selbst-Entwicklungmodells von Cook-Greuter fangen Menschen an zu durchschauen, dass alle Begriffe, Theorien, Ansichten, Weltsichten etc. nichts anderes als von Menschen geschaffene Konstrukte sind. Auch Raum, Zeit und das „SELBST“ sowie die Persönlichkeitsanteile werden als Konstrukte erfahren. Diese Erkenntnis bleibt nicht abstrakt und intellektuell, wie noch auf früheren Stufen, sondern beeinflusst alltägliche Wechselwirkungen, Gespräche, Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle und Handlungen. Das SELBST und die Teilpersönlichkeiten, die sich bisher entwickelt haben, verändern sich entsprechend, werden „durchsichtig“ und es entstehen neue Akzente des SELBST. Eines der wichtigsten Anliegen von Menschen der konstrukt-bewussten Stufe (8) ist es, gleichzeitig mit den grundlegenden Annahmen über die menschliche Natur und dem eigenen Bedürfnis, Ordnung in diese chaotische Welt zu bringen, zurechtzukommen. Menschen der universalen Stufe (9) sind äusserst selten zu finden (weniger als 1% der Gesamtbevölkerung). Sie agieren im Alltag mitfühlend, gewissenhaft, demütig-bescheiden, mutig und weise, zum Allgemeinen Nutzen. Weiterlesen

Menschen mit Weitblick

Man on overhanging rock at Glacier Point, Yosemite National Park, California, USA

Persönlichkeitsanteile auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe

Im Modell der Selbstentwicklung vollzieht sich auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe (7) von neuem eine wesentliche Erweiterung der Perspektive: Menschen mit Weitblick erleben sich eingebunden in ihre eigene Geschichte und Lebenszeit, sowie in verschiedene kulturelle Zusammenhänge in Unternehmen, Familie und der Gesellschaft. Die Ziele, die sie im Blick haben sind daher umfassender, als die kurzfristigen Ziele der selbst-bestimmenden Stufe (5). Sie verhalten sich toleranter und spontaner und können andere besser in ihrer Andersartigkeit akzeptieren, als dies auf früheren Entwicklungsstufen möglich ist. Wechselwirkungen mit anderen werden als Möglichkeiten erfahren, etwas über sich selbst zu erfahren und Teilpersönlichkeiten in sich selbst zu integrieren, die einem ansonsten nicht zugänglich wären. Man benötigt die fürsorgliche Präsenz von anderen, um am stärksten das zu werden, was man sein kann. Gegenseitige Abhängigkeit ist unvermeidlich und wird mit Ehrfurcht und einem Bewusstsein für die eigene Verantwortlichkeit anderen gegenüber erfahren. Weiterlesen

Hinterfragende Erwachsene

Autor: Peter Widmer

hinterfragende-stufe-kopie

Persönlichkeitsanteile der hinterfragenden Entwicklungsstufe (6)

Die Selbst-bestimmende Stufe (5) ist die späteste Stufe in der „konventionellen“ Erwachsenenentwicklung. Das heisst: es ist die Modellstufe des Erwachsenseins der heutigen Zeit. Von einem „Erwachsenen“ wird erwartet, dass er Leistungsziele verfolgt, eine professionelle Rolle einnimmt, persönliches Einkommen hat, sich anstrengt, zielbewusst ist, etc. Die Selbst-bestimmende Stufe ist die höchste Entwicklungsstufe, die von der westlichen Kultur und Gesellschaft gefördert wird. Sie umfasst die traditionelle wissenschaftliche Denkweise. Kulturell bildet diese Stufe das Entwicklungsziel schlechthin, welches bisher – gemäss unseren Studien mit dem Sentence Completion Test – nur von 10% bis 20% der Gesamtbevölkerung überschritten wird. Die Menschen, die sich über die „konventionellen“ Stufen hinaus entwickeln, bewegen sich in Bereiche, die wir im Selbst-Entwicklungsmodell als „postkonventionelle Entwicklungsstufen“ bezeichnen.

Die Komplexität und das Tempo unserer sich globalisierenden Welt, mit ihren Herausforderungen und Problemen, erfordert, dass die Errungenschaften und Teilpersönlichkeiten postkonventioneller Stufen mehr und mehr bereits auf früheren Entwicklungsstufen gefördert, unterstützt, entwickelt und zu konventioneller Normalität der Erziehung, Bildung und Gesellschaft werden.
Die erste postkonventionelle Stufe ist die hinterfragende Stufe (6). Weiterlesen

Viva la revolución del altruismo!

Autor: Peter Widmer

Trailer zum Film: The Altruism Revolution

Unser Planet ist wie ein grosses Schiff, das wir gemeinsam steuern. Werden wir bald 300 Mio. Klimaflüchtlinge auf  diesem Schiff haben? Die Menge der Immigranten wäre womöglich Lampedusa hoch 10. Oder kommt es zu unvorstellbaren Konflikten? Wollen wir bloss überleben oder ein gutes, menschenwürdiges Leben führen?
Angesichts der allseits bekannten, weltweiten Probleme stellt sich vielleicht dringlicher denn je die Frage: Sind und bleiben wir Egoisten oder brauchen wir nicht vielmehr eine altruistische Revolution?!
Kinder im Alter zwischen 18 Monaten bis 2 Jahren helfen anderen ganz natürlich, egal ob diese zur eigenen Familie oder zur eigenen Gruppe gehören oder nicht. Im Laufe des Älterwerdens geht dieses natürlich angelegte prosoziale Verhalten weitgehend verloren. Verhaltens- und Sozialwissenschaftler haben in der Vergangenheit betont, dass die einzige Motivation menschlichen Handelns der Egoismus sei, selbst dann, wenn wir anderen helfen. Doch neuere Forschungen in Entwicklungspsychologie, Biologie und Neurologie machen immer mehr deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Nicht nur Menschen, auch zahlreiche Tiere handeln aus Empathie, Mitgefühl und altruistischen Gründen!

Modernste neurologische Untersuchungen Meditierender zeigen klar und deutlich, dass persönliche Transformation möglich ist. Aufgrund der Neuroplastizität des Gehirns lassen sich durch Meditation Empathie, Mitgefühl und prosoziales Verhalten trainieren.   Weiterlesen

Verlust und Wiedergewinnung von Mitgefühl

Autor: Peter Widmer

Man reassuring his crying daughter

Empathie ist die emotionale Grundlage für unsere Fähigkeit, uns in die Fusstapfen anderer zu stellen und ihre Sichtweise nachzuvollziehen. Empathie und Mitgefühl sind die Grundlagen für wertschätzende Beziehungen, persönliches Wachstum, Zusammenarbeit, Demokratie und eine friedliche Gesellschaft.
Empathie und Mitgefühl fördern die eigentlich menschlichen Qualitäten in uns, die unser Leben lebenswert machen: konstruktive, beglückende zwischenmenschliche Wechselwirkungen in Freizeit, Familie und am Arbeitsplatz.
Doch Mitgefühl und Empathie gehen partiell, situativ und in Extremfällen für immer verloren, wenn die körperlichen und die existenziellen sozialen Bedürfnisse von Menschen missachtet werden.

Wie Mitgefühl und Empathie durch Innere Friedenskonferenz und Meditation wiedergefunden und gestärkt werden können, ist Thema dieses Blogbeitrags. Weiterlesen