Schlagwort-Archive: Meditation

Zen im Beyeler-Museum – Monet: Den Augenblick festhalten

Autor: Peter Widmer

Monet: Matinée sur la Seine, 1897

„Die Seine! Mein ganzes Leben lang habe ich sie gemalt, zu jeder Stunde, zu jeder Jahreszeit… ich wurde ihrer nie müde. Sie ist für mich stets neu.“
Claude Monet, 1924.

Einem Zen-Meister gleich hat Monet die Natur und das Alltägliche zum Gegenstand seiner Malerei genommen, um den gegenwärtigen Augenblick – die „impression“, den momentanen Eindruck – festzuhalten. Stundenlang sass er beispielsweise an der Seine, und versuchte den unmittelbaren, jetzigen Augenblick mit seiner einzigartigen Atmosphäre, seinen unwiederbringlichen Farben, Spiegelungen und Lichtreflexen auf seiner Leinwand festzuhalten, wie etwa in dem berühmten Bildern „Matinée sur la Seine“ von 1897, in denen der Horizont zwischen der Seine und der Landschaft sich aufhebt. In diesem, wie in vielen seiner Bilder, heben sich die Unterschiede zwischen der Landschaft und der Spiegelung in einem Fluss oder See auf. Kein Wunder, wenn jemand so lange und ausdauernd vor einem Motiv sitzt und es betrachtend malt! Monet ist der Maler des unerschöpflichen Augenblicks. Weiterlesen

Weise Menschen

Autor: Peter Widmer

Die Koralle: Lebensgrundlage für unzählige Lebewesen – Persönlichkeitsanteile von Menschen der konstruktbewussten (8) und universalen Entwicklungsstufe (9)

Auf den beiden letzten Stufen des Selbst-Entwicklungmodells von Cook-Greuter fangen Menschen an zu durchschauen, dass alle Begriffe, Theorien, Ansichten, Weltsichten etc. nichts anderes als von Menschen geschaffene Konstrukte sind. Auch Raum, Zeit und das „SELBST“ sowie die Persönlichkeitsanteile werden als Konstrukte erfahren. Diese Erkenntnis bleibt nicht abstrakt und intellektuell, wie noch auf früheren Stufen, sondern beeinflusst alltägliche Wechselwirkungen, Gespräche, Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle und Handlungen. Das SELBST und die Teilpersönlichkeiten, die sich bisher entwickelt haben, verändern sich entsprechend, werden „durchsichtig“ und es entstehen neue Akzente des SELBST. Eines der wichtigsten Anliegen von Menschen der konstrukt-bewussten Stufe (8) ist es, gleichzeitig mit den grundlegenden Annahmen über die menschliche Natur und dem eigenen Bedürfnis, Ordnung in diese chaotische Welt zu bringen, zurechtzukommen. Menschen der universalen Stufe (9) sind äusserst selten zu finden (weniger als 1% der Gesamtbevölkerung). Sie agieren im Alltag mitfühlend, gewissenhaft, demütig-bescheiden, mutig und weise, zum Allgemeinen Nutzen. Weiterlesen

Viva la revolución del altruismo!

Autor: Peter Widmer

Trailer zum Film: The Altruism Revolution

Unser Planet ist wie ein grosses Schiff, das wir gemeinsam steuern. Werden wir bald 300 Mio. Klimaflüchtlinge auf  diesem Schiff haben? Die Menge der Immigranten wäre womöglich Lampedusa hoch 10. Oder kommt es zu unvorstellbaren Konflikten? Wollen wir bloss überleben oder ein gutes, menschenwürdiges Leben führen?
Angesichts der allseits bekannten, weltweiten Probleme stellt sich vielleicht dringlicher denn je die Frage: Sind und bleiben wir Egoisten oder brauchen wir nicht vielmehr eine altruistische Revolution?!
Kinder im Alter zwischen 18 Monaten bis 2 Jahren helfen anderen ganz natürlich, egal ob diese zur eigenen Familie oder zur eigenen Gruppe gehören oder nicht. Im Laufe des Älterwerdens geht dieses natürlich angelegte prosoziale Verhalten weitgehend verloren. Verhaltens- und Sozialwissenschaftler haben in der Vergangenheit betont, dass die einzige Motivation menschlichen Handelns der Egoismus sei, selbst dann, wenn wir anderen helfen. Doch neuere Forschungen in Entwicklungspsychologie, Biologie und Neurologie machen immer mehr deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Nicht nur Menschen, auch zahlreiche Tiere handeln aus Empathie, Mitgefühl und altruistischen Gründen!

Modernste neurologische Untersuchungen Meditierender zeigen klar und deutlich, dass persönliche Transformation möglich ist. Aufgrund der Neuroplastizität des Gehirns lassen sich durch Meditation Empathie, Mitgefühl und prosoziales Verhalten trainieren.   Weiterlesen

Verlust und Wiedergewinnung von Mitgefühl

Autor: Peter Widmer

Man reassuring his crying daughter

Empathie ist die emotionale Grundlage für unsere Fähigkeit, uns in die Fusstapfen anderer zu stellen und ihre Sichtweise nachzuvollziehen. Empathie und Mitgefühl sind die Grundlagen für wertschätzende Beziehungen, persönliches Wachstum, Zusammenarbeit, Demokratie und eine friedliche Gesellschaft.
Empathie und Mitgefühl fördern die eigentlich menschlichen Qualitäten in uns, die unser Leben lebenswert machen: konstruktive, beglückende zwischenmenschliche Wechselwirkungen in Freizeit, Familie und am Arbeitsplatz.
Doch Mitgefühl und Empathie gehen partiell, situativ und in Extremfällen für immer verloren, wenn die körperlichen und die existenziellen sozialen Bedürfnisse von Menschen missachtet werden.

Wie Mitgefühl und Empathie durch Innere Friedenskonferenz und Meditation wiedergefunden und gestärkt werden können, ist Thema dieses Blogbeitrags. Weiterlesen

Selbstmitgefühl versus innerer Selbstkritiker

Autor: Peter Widmer

Die Praxis liebevoller Güte uns selbst gegenüber

Metta-Meditation

In Wechselwirkung mit der Inneren Friedenskonferenz ist die Metta-Meditation ein wunderbares Mittel, um mit dem inneren Kritiker/der inneren Kritikerin Frieden zu schliessen. (Zum inneren Kritiker siehe auch hier; zur Metta-Meditation siehe auch hier)
„Metta“ (Pali) bedeutet „liebevolle“ oder „liebende Güte“. In der Metta-Meditation können wir uns liebevolle Güte uns selbst gegenüber schenken und auf diese Weise eine Seite in uns stärken, die einen wichtigen Gegenpool zum inneren Kritiker/zur inneren Kritikerin darstellt: Selbstmitgefühl.1 Weiterlesen

Mit dem inneren Kritiker Frieden schliessen

Autor: Peter Widmer

Habe ich eine starke kritische Seite?

Close-up of blond woman

Wiederholst Du in Deiner Erinnerung Gespräche, die Du geführt hast und überprüfst, was Du nicht richtig oder noch besser hättest sagen können? Schaust Du, bevor Du das Haus verlässt Dein Äusseres kritisch im Spiegel an? Bist Du vorsichtig, wenn Du neue Dinge ausprobierst, weil Du Angst hast, vor anderen dumm dazustehen? Hinterfragst Du Deine Entscheidungen nachdem Du sie getroffen hast und glaubst, dass Du hättest besser entscheiden müssen? Wenn Du mit anderen zusammen bist, hast Du dann das Gefühl, dass Sie in irgendeinem Sinne besser sind als Du?

Wenn Du eine oder mehrere dieser Fragen mit „ja“ beantwortest, dann könnte es vielleicht sein, dass Du eine starke kritische Seite hast, die Dir zuweilen das Leben schwer machen kann. Wie Du Deinen hart arbeitenden inneren Kritiker kennen lernen, wertschätzen und mit ihm Frieden schliessen kannst, so dass er weniger hart arbeiten muss, zeige ich Dir in diesem Blogbeitrag. Weiterlesen

Sich von Anhaftungen befreien

Autor: Peter Widmer

Kreislauf des Samsara

Haben Sie die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die Sie nicht ändern können? Haben Sie den Mut, Dinge zu ändern, die Sie ändern können? Verfügen Sie über die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden? Falls nicht? Kann es sein, dass Sie an etwas anhaften?
Dieser Blogbeitrag handelt davon, wie man sich mit Zen und Innerer Friedenskonferenz von seinen Anhaftungen befreien kann. Weiterlesen

Der reine Beobachter im EEG

Autor: Peter Widmer

Swayambhunath - ancient religious complex in the Kathmandu Valley. It is known as the Monkey Temple as there are rhesus monkeys living in it.

Der reine Beobachter im Zen

Der innere Zustand, resp. die Teilpersönlichkeit des sog. reinen Beobachters kann in der Zen-Meditation entwickelt und kultiviert werden. Bei Langzeitmeditierenden hat sich der reine Beobachter mehr und mehr im Alltag, im Schlaf, Tiefschlaf und im REM-Traumschlaf etabliert. Meditationsforscher zeigen, wie diese Teilpersönlichkeit des reinen Beobachters sich im EEG äussert. Weiterlesen

Zen fördert luzide Träume

Autor: Peter Widmer

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Als ich 1995 unverhofft meinen ersten luziden Traum am Ende eines dreimonatigen Zen-Retreats hatte, war mir auf Anhieb klar, dass die durch die intensive Meditationszeit gewonnene Wachheit mich nachts förmlich ins Klarträumen buxiert hat.
Luzide Träume und (Zen-)Meditationszustände sind einander sehr verwandt. Meditations- und Traumforschungen zeigen, welche Ähnlichkeiten bestehen und wie bestimmte Meditationspraktiken das luzide Träumen fördern können. (Eine Einführung zum luziden Träumen hier unter diesem Link) Viele luzid Träumende meditieren. Und im Tibetischen Buddhismus und der Bön Kultur gibt es Traditionen, die das luzide Träumen kultiviert und in die tibetische Weltanschauung integriert haben. Weiterlesen

Zen verbessert den Schlaf

Autor: Peter Widmer

Zen hilft bei Schlafproblemen

Viele Menschen schlafen schlecht oder leiden – oft stressbedingt – unter Schlaf- und Durchschlafproblemen. Eine Reihe von Studien zeigen, dass Meditation für einen gesunden Schlaf, d. h. besseren Tiefschlaf und mehr REM-Schlaf (Träume) und damit eine bessere Erholung sorgen kann, sogar bei chronischen Schlafproblemen. Weiterlesen