Schlagwort-Archive: Älter werden

Lawrence Kohlbergs Stufen der Moralentwicklung

Lawrence Kohlberg

Lawrence Kohlberg (1927-1987) war Entwicklungspsychologe und Professor für Erziehungswissenschaften an der Harward Universität. 1958 begann er mit Längsschnitt- und interkulturellen Studien über die Moralentwicklung, d. h. er untersuchte Menschen über Jahre hinweg bezüglich ihrer Moralentwicklung in unterschiedlichsten Kulturen.
Seit 1973 hat Kohlberg auch über mystisch-religiöse, metaphysische Erfahrungsformen nachgedacht und diese in sein Konzept der Moralentwicklung integriert.1
Kohlberg unterscheidet sechs Stufen des moralischen Urteilens und eine sog. „7. metaphorische Stufe“.
Moralisches Urteilen ist für ihn ein vorwiegend kognitiver Prozess. Allein die späteste Entwicklungsstufe ist nicht kognitiv. Es handelt sich vielmehr um ein mystisches Erlebnis, bei dem der Mensch sein Ego transzendiert in Richtung einer non-dualen Erfahrung. Dieses nicht-sprachliche Erlebnis muss nach Kohlberg jedoch kognitiv gedeutet werden, damit es dem Leben Sinn, Orientierung, einen Wert und eine moralische Richtung gibt, im Sinne eines höheren, ewigen, natürlichen Rechts.  Weiterlesen

James Fowlers Stufen des Glaubens

Autor: Peter Widmer

James E. Fowler

Glaube und Spiritualität entwickeln sich. Als einer der ersten hat dies James E. Fowler (1940-2015), Professor für Theologie und Entwicklungspsychologie an der Theologischen Fakultät der Emory Universität in Atlanta, nachweisen können. Bekannt wurde er durch sein Buch: Stufen des Glaubens – Die Psychologie der menschlichen Entwicklung und die Suche nach dem Sinn, in welchem er die Entwicklung des gläubigen, resp. spirituellen Menschen untersuchte. Sein Modell unterscheidet 6 Stufen, die er durch seine Untersuchungen empirisch belegen konnte.
Fowler konnte zeigen, dass Menschen, die in einem religiösen Kontext aufwachsen, sich in der Art und Weise, wie sie glauben, entwickeln, von einem mythisch-wortwörtlichen Glauben, über einen konventionellen, reflektierten zu einem interreligiös offenen, verbindenden und letztlich universell-mystischen Glauben.
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Menschen mit Weitblick

Man on overhanging rock at Glacier Point, Yosemite National Park, California, USA

Persönlichkeitsanteile auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe

Im Modell der Selbstentwicklung vollzieht sich auf der selbst-aktualisierenden Entwicklungsstufe (7) von neuem eine wesentliche Erweiterung der Perspektive: Menschen mit Weitblick erleben sich eingebunden in ihre eigene Geschichte und Lebenszeit, sowie in verschiedene kulturelle Zusammenhänge in Unternehmen, Familie und der Gesellschaft. Die Ziele, die sie im Blick haben sind daher umfassender, als die kurzfristigen Ziele der selbst-bestimmenden Stufe (5). Sie verhalten sich toleranter und spontaner und können andere besser in ihrer Andersartigkeit akzeptieren, als dies auf früheren Entwicklungsstufen möglich ist. Wechselwirkungen mit anderen werden als Möglichkeiten erfahren, etwas über sich selbst zu erfahren und Teilpersönlichkeiten in sich selbst zu integrieren, die einem ansonsten nicht zugänglich wären. Man benötigt die fürsorgliche Präsenz von anderen, um am stärksten das zu werden, was man sein kann. Gegenseitige Abhängigkeit ist unvermeidlich und wird mit Ehrfurcht und einem Bewusstsein für die eigene Verantwortlichkeit anderen gegenüber erfahren. Weiterlesen

Zen verbessert den Schlaf

Autor: Peter Widmer

Zen hilft bei Schlafproblemen

Viele Menschen schlafen schlecht oder leiden – oft stressbedingt – unter Schlaf- und Durchschlafproblemen. Eine Reihe von Studien zeigen, dass Meditation für einen gesunden Schlaf, d. h. besseren Tiefschlaf und mehr REM-Schlaf (Träume) und damit eine bessere Erholung sorgen kann, sogar bei chronischen Schlafproblemen. Weiterlesen

Mit Meditation kognitive Fähigkeiten im Alter bewahren

Autor: Peter Widmer

Prävention zum Erhalt kognitiver Fähigkeiten

ältere frau schaut lächelnd in die kamera

Seit den 70er Jahren ist die Lebenserwartung in den OECD-Ländern dramatisch gestiegen: von durchschnittlich 70 auf 80,5 Jahre. Zugleich haben mit dem Älterwerden der Bevölkerungen neurodegenerative Krankheiten, der Abbau kognitiver Fähigkeiten und Demenz, zugenommen. Daher ist es wichtig, dass wir nicht nur das Zustandekommen solcher Erkrankungen und die Risikofaktoren besser verstehen lernen, sondern uns auch darüber Gedanken machen, wie wir solchen Erkrankungen präventiv entgegenwirken können, um steigenden Gesundheitskosten entgegen zu wirken und unsere Lebensqualität möglichst lange aufrecht zu erhalten. Eine Reihe neuerer Meditationsstudien legen nahe, dass Meditation ein gangbarer Weg sein könnte, diesen Risiken des Älterwerdens entgegen zu wirken. Weiterlesen