Archiv für den Monat: Mai 2017

Zen im Beyeler-Museum – Monet: Den Augenblick festhalten

Autor: Peter Widmer

Monet: Matinée sur la Seine, 1897

„Die Seine! Mein ganzes Leben lang habe ich sie gemalt, zu jeder Stunde, zu jeder Jahreszeit… ich wurde ihrer nie müde. Sie ist für mich stets neu.“
Claude Monet, 1924.

Einem Zen-Meister gleich hat Monet die Natur und das Alltägliche zum Gegenstand seiner Malerei genommen, um den gegenwärtigen Augenblick – die „impression“, den momentanen Eindruck – festzuhalten. Stundenlang sass er beispielsweise an der Seine, und versuchte den unmittelbaren, jetzigen Augenblick mit seiner einzigartigen Atmosphäre, seinen unwiederbringlichen Farben, Spiegelungen und Lichtreflexen auf seiner Leinwand festzuhalten, wie etwa in dem berühmten Bildern „Matinée sur la Seine“ von 1897, in denen der Horizont zwischen der Seine und der Landschaft sich aufhebt. In diesem, wie in vielen seiner Bilder, heben sich die Unterschiede zwischen der Landschaft und der Spiegelung in einem Fluss oder See auf. Kein Wunder, wenn jemand so lange und ausdauernd vor einem Motiv sitzt und es betrachtend malt! Monet ist der Maler des unerschöpflichen Augenblicks. Weiterlesen