Sich von Anhaftungen in vier Schritten befreien

Autor: Peter Widmer

Kanzeon / Avalokiteshvara – Buddha des Mitgefühls

Anzuhaften bedeutet, dass unser Bewusstsein von bestimmten Zuständen mit bestimmten Gefühlen und Gedanken besetzt ist. Wie Du Dich in vier Schritten von einer Anhaftung befreien kannst, erfährst Du  im folgenden Blogbeitrag.

Vier Schritte, um sich von Anhaftungen zu befreien

Die folgenden vier Schritte können Di als Leitfaden dienen, um Dich von einer Anhaftung zu befreien. Vielleicht hast Du Lust, es auszuprobieren und damit zu experimentieren?

Die beste Vorbereitung dafür ist die Lektüre von diesem Blogbeitrag.

Was Du benötigst: Papier und etwas zum Schreiben, der Computer geht auch, ein offenes Zeitfenster und offene Neugier auf den nun folgenden, kleinen Prozess.

Vorweg: Die aktivierende Situation beschreiben. Verdeutliche in ein paar Worten den Anlass, die Umstände, das kann eine einzelne, konkrete Situation sein, die in Dir Gedanken und Gefühle ausgelöst hat, die Dich besetzt halten. Was hat da wer? Wann? Wo? Wie? gesagt? getan? Was hat sich zugetragen? Und was ging/geht in Dir vor? – Schreibe eine aktivierende Situation in Stichworten auf.

Nimm Dir ausreichend Zeit dafür –

Im Folgenden geht es um die Klärung dieser Situation und den inneren Anteilen, die dazu in Dir aktiv geworden sind. In vier Schritten Kannst Du Dich von Deiner Anhaftung an die damit verbundenen Gefühle und Gedanken befreien!

  1. Erkennen/Erforschen: Welche Seite wird in dieser Situation in Dir aktiv?

    Schreibe  auf, welche Gefühle und Gedanken diese Situation in Dir ausgelöst hat.

    Wenn Du mit der Beschreibung fertig bist – versuche diesem Zustand, der Dich besetzt hält, einen Namen zu geben, der den Zustand beschreibt und zusammenfasst. Z. B. Meine „verantwortliche Seite“ oder mein „innerer Kritiker“, „eine besorgte Seite in mir“, etc. – fühl Dich bei der Namensgebung frei, einen Namen zu wählen, der für Dich passt.

    Nimm Dir ausreichend Zeit für diesen Schritt –

  2. Was stellt diese Seite für Dich sicher?

    Was stellt dieses Teil oder diese Seite mit diesen Gedanken und Gefühle, denen Du gerade einen Namen gegeben haben, für Dich sicher?
    Was wäre, wenn es dieses Teil oder diese Seite in Dir nicht gäbe? Wenn also kein Anteil in Dir diesen Job übernehmen würde? Was wären dann Deine Befürchtungen und Phantasien, was geschehen könnte? – Schreib es auf.
    Z. B. „Meine verantwortliche Seite stellt sicher, dass die Dinge alle erledigt werden und das Chaos nicht ausbricht. Wenn ich es nicht tue – wer denn sonst? Niemand! Es wäre schrecklich für mich, wenn Chaos ausbrechen würde! Ich würde mich zu tiefst unsicher fühlen…“

    Nimm Dir ausreichend Zeit für diesen Schritt

  3. Was bräuchte denn diese Seite, resp. dieses Teil in Dir, damit es nicht mehr so viel „arbeiten“, d. h. so aktiv sein müsste?

    Gehe mit dem Teil in einen inneren Dialog und schreib auf, was es bräuchte, um etwas weniger hart zu arbeiten?
    Z.B. Verantwortliches Teil sagt: „Ich müsste schon sicher sein, dass ich anderen vertrauen kann, dass Sie die Dinge erledigen, die ich sonst erledige. Und die andern müssten sie schon so erledigen wie ich es tun würde. Ich müsste sicher sein, dass die anderen gut kontrolliert werden. Dann wäre ich bereit, Dinge zu delegieren und anderen abzugeben…“

    Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diesen Schritt

  4. Gibt es vielleicht einen weiteren Zustand, d. h. weitere Gedanken und Gefühle, die sich daraufhin in Dir melden?

    Falls jaBeginn wieder bei (1) und geh den Prozess erneut durch bis (4), und so weiter… und so weiter… bis sich kein weiterer Zustand, keine weitere Seite mehr in Dir meldet
    Wenn sich keine Seite in Dir mehr meldet: Versuche, diesen letzten Zustand zu beschreiben. Bitte lies jetzt nicht weiter, sondern schreibe auf, wie es Dir geht…

    Nimm Dir ausreichend Zeit für diesen Schritt

    Es könnte sein, dass Du am Schluss im Frieden mit Dir bist, innerlich ruhig, gelassen, offen, neugierig, mutig und mitfühlend.

Falls Du Dir Zeit nehmen willst, schreibe mir unten im Kommentar, wie es Dir damit ergangen ist, womit Du Schwierigkeiten hattest und was gut geklappt hat. Danke!

2 Gedanken zu „Sich von Anhaftungen in vier Schritten befreien

  1. Chantal

    Lieber Peter,
    es hat geklappt, danke für Deinen wertvollen Blog!

    Nicht einfach finde ich es, mich gleich zu Beginn auf einen Anteil zu konzentrieren. Eine bestimmte Situation aktiviert nicht nur einen Teil oder ein Anteil in mir weckt einen anderen oder sie bedingen einander.
    Im Verlauf der Arbeit hat sich aber der zentral aktivierte Anteil herauskristallisiert. Die Frage nach weiteren Gedanken, Gefühlen tauchte bei mir also schon zu Beginn auf.
    Bei Punkt 2 bin ich sehr schnell im Beschreiben des möglichen Fiaskos gelandet – das Wertschätzen ist etwas kurz gekommen. Ich hätte eine Aufteilung von Punkt 2 in zwei Fragen gebraucht.

    Aber gäbe: Hauptsache es hat funktioniert! 🙂
    Herzlichen Gruss

    Antworten
    1. Peter Beitragsautor

      Hallo Chantal
      es freut mich, dass der Prozess bei Dir angeklungen ist und „funktioniert“ hat!:-)
      ja – das geschieht ganz oft, dass eine Situation nicht nur einen Teil aktiviert, sondern mehrere. Meist treten Teile in Teams auf, die einander gegenseitig unterstützen, aber auch hemmen oder gar miteinander im Streit oder Krieg liegen können. Wertschätzung ist bei der Inneren Friedenskonferenz ganz zentral! Es ist das zentral heilende, versöhnende, Frieden stiftende Element.
      Danke für Deine Rückmeldung.
      Herzlich
      P.

      Antworten

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