Angstbewältigung durch Meditation

Autor: Peter Widmer

Ängste

Depression

Jeder siebte Europäer leidet, wie in einer internationalen Studie des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität in Dresden 2011 zu lesen ist, unter einer Angstkrankheit. Das sind 14 % der Gesamtbevölkerung, resp. 61.5 Millionen Menschen.1 Damit sind die Angstkrankheiten ganz vorne in der Statistik psychischer Krankheiten in Europa. Zu den untersuchten Formen der Angst gehören in dieser Studie spezifische Phobien, wie die vor Spinnen oder die Angst vor öffentlichen Plätzen, auch die soziale Phobie als Angst vor sozialen Situationen, die sog. generalisierte Angststörung, bei der sich Angst verselbständigt hat und das gesamte Alltagsleben begleitet, sowie Panikstörungen, bei denen Angstanfälle wiederholt scheinbar ohne erkennbaren Grund auftreten. Auch hier zeigen zahlreiche Studien: Meditation ist ein sehr guter Weg zur Angstbewältigung.

Meditation hilft gegen Ängste

Die Bewältigung von Furcht und Angst ist von alters her immer schon eines der vornehmsten Ziele meditativer Wege. Ein möglicher Behandlungsansatz von Phobien und Ängsten geht davon aus, dass diese mit Stress und Spannungszuständen verbunden sind. In zahlreichen Studien konnte bis heute belegt werden, dass mit regelmässiger Meditation eine Reduktion von Ängsten einhergeht, welche unter anderem mit der Verkleinerung der Amygdala einhergeht, d.h. mit jenem Gehirnbereich, der insbesondere für grosse, intensive Gefühle von Angst zuständig ist. Anstelle von Autogenem Training und ähnlichen Verfahren, die bei der systematischen Desensibilisierung eingesetzt werden, findet in einigen Kliniken mit Erfolg seit Jahren auch der Einsatz von Meditationsverfahren bei einem breiten Spektrum von Problemen Verwendung: bei Phobien vor geschlossenen Räumen, Aufzügen, öffentlichem Sprechen, etc., Angst, allein zu sein, Herztodangst, generelle diffuse Ängste. Der Einsatz von Meditation wurde mit verschiedenen anderen Entspannungsverfahren verglichen wie Progressiver Entspannung, Muskelbiofeedback, Selbst-Hypnosetechniken. Die Anzahl der Arbeiten über die angstreduzierende Wirkung von Meditation ist sehr umfassend und kommt zu einem insgesamt positiven Urteil.2

(c) Peter Widmer

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  1. Wittchen HU et al.: ECNP/EBC REPORT 2011 : The size and burden of mental disorders and other disorders of the brain in Europe 2010, in: European Neuropsychopharmacology (2011) 21, 655–679.
  2. Siehe beispielsweise: Hofmann SG et al: The effect of mindfulness-based therapy on anxiety and depression: A meta-analytic review, in: Journal of Consulting and Clinical Psychology 2010 Apr;78(2), 169-83.
    Siehe auch: Orsillo, SM, Roemer, L (Hg.): Acceptance- and Mindfulness-Based Approaches to Anxiety: Conceptualization and Treatment, Springer US, 2005. Sowie: Krisanaprakornkit T, Piyavhatkul N, Krisanaprakornkit, W et al.: Meditation therapy for anxiety disorders, in: Cochrane Database Syst Rev 2004;(4). Siehe auch: Kabat-Zinn, J et al: Effectiveness of a meditation-based stress reduction program in the treatment of anxiety disorders, in: American Journal of Psychiatry, 149, 1992,  936–943. Einen Überblick über ältere Arbeiten zu Angstreduktion durch Meditation bietet: Engel, K: Meditation, Geschichte, Systematik, Forschung, Theorie, Peter Lang, 1995, 203f. Sowie: Delmonte, MM.: Meditation and anxiety reduction: a literature review, in : Clin Psychol Rev, 1985;5(2):91-102.

Ein Gedanke zu „Angstbewältigung durch Meditation

  1. Espina

    Vielen Dank für diesen Blogbeitrag! Seit Jahren leide ich unter Ängsten. Ich habe Meditation ausprobiert und es hat mir wirklich sehr geholfen!

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